Küstenschutz Sturmflut 1872

Im November 1872 bricht die höchste Sturmflut, mit einem Scheitelwert von ca. 3 Metern über dem Normalwasser, über die Süd-Westliche Ostseeküste ein. Diese Sturmflut kündigte sich schon Ende Oktober 1872 über der Nordsee an. Schwere Südwest Winde drücken sehr große Wassermassen von der Nordsee in die Ostsee. Nach einigen Tagen Wetterberuhigung( Ruhe vor dem Sturm) setzt Sturm, mit Windgeschwindigkeiten von 120 km/h über der Ostsee Richtung Nordost, ein. Die einsetzende Flut war so groß,  dass in Folge 15000 Menschen auf dem Darß obdachlos worden, 200 Menschen ihr Leben verloren und weitere 4000 Menschen zwei Nächte und einen Tag lang auf Ihren Dachböden verbrachten. Sämtliche Vorräte waren auf dem Darß vernichtet und fast das gesamte Vieh ertrunken. Das Szenario war so erschreckend, dass viele Bewohner auswandern wollten um nie wieder nach Prerow zurück zu kehren. In Folge dieser Katastrophe wurde der Zugang von der Ostsee zum Bodden, hinter der Hohen Düne, geschlossen. Der Abtrag der Küste betrug auf dem Darß in den letzten 100 Jahren ca. 50 Meter. Da sich die damalige Wetterkonstellation zu jeder Zeit, auch heute, wiederholen kann, wird aktiver Küstenschutz betrieben. Auf dem Küstenabschnitt von Prerow bis Zingst sind 34 Buhnen erneuert wurden. Eine Buhne besteht aus 246 Pfählen, diese Hölzer sind 3 bis 8 Meter lang, so dass sie bei Mittelwasser 0,45 Meter aus dem Wasser ragen. Die Länge einer Buhne ist ca. 95 Meter, wovon 20 Meter am Strand stehen und der Rest im Wasser. Die Hölzer bestehen aus einer Eukalyptusart, welche teredoresistent sind und eine Haltbarkeit von 50-60 Jahren haben. Mit diesem Investment von ca. 2 Millionen Euro ist somit ein wichtiger Beitrag zum Küstenschutz auf dem Darß geleistet worden. Die vielen Investoren von Ferienwohnungen und Ferienhäusern sowie die Feriengäste sind sicher auch dankbar für solche Schutzmaßnahmen.

sturmflut-prerow-1-jpg     Prerow Flut     Prerow Sturmflut     Prerow Strand     Strand Prerow

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